Langnasen-Strauchnatter
(Philodryas baroni)
Familie: Nattern (Colubridae)
Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
Klicken Sie um großere Verbreitungskarte zu sehen

Größe:  Normalerweise 1-1,5 m, ausnahmsweise über 2 m.
Verbreitung:  Argentinien und (nach einigen Berichten) Bolivien und Paraguay.
Habitat:  Man findet sie in Wäldern in der Nähe von Wasser, in Klippengebieten mit Granit und auf Savannen in der Nähe von Salzseen.
Nahrung:  Säugetiere, Vögel, Amphibien und Fische.
Vermehrung:  Über die Lebensweise und Vermehrung in der Natur ist nicht sehr viel bekannt. In Gefangenschaft haben Tiere schon 8-12 Eier per Wurf gelegt. Diese maßen 20-30 X 40-58 mm und jedes wogen ca. 15 g. Die Eier wachsen weiter während sie ausgebrütet werden und können fast kugelrund werden. Die Junge schlüpfen nach 83-89 Tagen und manchmal schon nach nur 49 Tagen. Die frisch geschlüpften Junge messen 18-20 cm und wiegen ca. 6 g. Große Weibchen bekommen meist Junge die grösser und schwerer sind (bis zu 42 cm und 11,5 g). Männchen werden geschlechtsreif nach 2 Jahren, Weibchen nach 3 Jahren.
Aktivität und Verhalten:  Tagaktiv und kletternd. Wie auch die Schmuck-Baumschlangen aus der Gattung Chrysopelea, ist die Langnasen-Strauchnatter im Stande ihren Körper auszubreiten und somit in der Luft, von Baum zu Baum zu schweben.
Feinde und Abwehr:  Man sagt, dass diese Art in der Natur aggressiv ist und schnell zubeißt, jedoch verschwindet dieses Verhalten nach einiger Zeit in Gefangenschaft.
Giftigkeit:  Die Langnasen-Strauchnatter gehört zu den Furchenzähner. Diese machen einen Teil der normalerweise ungiftigen Familie der Nattern aus. Die Furchenzähner haben dagegen giftige Spucke. Diese wird dem Opfer via Furchen des Zähnen am hinten des Oberkiefer injiziert. Auch wenn einzelne dieser Schlangen für den Menschen gefährlich sind, wurden noch keine Todesfälle auf Grund dieser Art registriert. Man beizeichnet deshalb diese Art als ungefährlich für den Menschen. Jedoch muss damit gerechnet werden, dass bei einem Biss Vergiftungssymptome auftauchen können. Ein 22 jähriger Mann, der von einer 90cm Schlange gebissen wurde, hatte folgende Symptome: sofort ein leichtes brennendes Gefühl bei der Bisswunde, eine deutliche Anschwellung nach fünf Minuten, die ganze Hand war nach einer Stunde angeschwollen und hatte punktförmige Blutungen, die Schwellungen nahmen zu bis zur Mitte des Unterarmes, gleichzeitig trat Blut aus längs der Lymphen bis zur Armhöhle. Das Opfer wurde nach ca. 2 Tagen wieder Gesund.
Geschlechtsunterschiede:  Wie auch bei den meisten anderen Schlangen haben die Männchen einen relativ längeren Schwanz als die Weibchen.
Variation:  Die Langnasen-Strauchnatter existiert in zwei Farbvarianten: eine Braune und eine Grüne. Normalerweise ist ein schwarzer Streifen von den Nasenlöchern, durch das Auge, bis zum Hals und ein weiß-gelber Streifen von den Lippen, und unten längs des vordersten drittels des Körpers. Dieser geht nach und nach herüber ins grüne oder gelb-grüne, jedoch gibt es auch einfarbigen Individuen.

Literaturhinweise:

Arzamendia, V. 1999. Philodryas baroni (Baron's racer). Herpetological Review 30(1): 55.

Campbell, J.A. & Lamar, W.W. 2004. The venomous reptiles of the Western Hemisphere. Vol. 1-2. Comstock Publishing Associates, Ithaca, N.Y. 870 pp.

Cei, J.M. 1986. Reptiles del centro, centro-oeste y sur de la Argentina. Herpetofauna de las zonas aridas y semiaridas. Museo Regionale di Scienze Naturali Monografie (Turin) 4: 1-527.

Cei, J.M. 1993. Reptiles del noroeste, nordeste y este de la Argentina. Herpetofauna de las selvas subtropicales, Puna y Pampas. Museo Regionale di Scienze Naturali Monografie (Turin) 14: 1-949.

Fowler, I.R. & Graca Salomão, M. da 1994. A study of sexual dimorphism in six species from the colubrid snake genus Philodryas. Snake 26(2): 117-122.

Fowler, I.R. & Graca Salomão, M. da 1994. Activity patterns in the colubrid snake genus Philodryas and their relationship to reproduction and snakebite. Bulletin of the Chicago Herpetological Society 29(10): 229-232.

Giraudo, A.R. & Scrocchi, G.J. 2002. Argentinian snakes: an annotated checklist. Smithsonian Herpetological Information Service 132: 1-53.

Golder, F. 1973. Eine ungewöhnliche Eiablage der braunen Farbvariante von Philodryas baroni, sowie Daten über eine Eiablage von Philodryas olfersii. Salamandra 9(1): 22-26.

Halloy, M. & Scrocchi, G. 2003. Philodryas baroni (green snake). Courtship behavior. Herpetological Review 34(2): 153.

Hohmeister, A. 1999. Bemerkungen zur Biologie und Pflege sudamerikanischer Strauchnattern der Gattung Philodryas Wagler, 1830 im Terrarium. Sauria (Berlin) 21(2): 9-21.

Kuch, U. & Jesberger, U. 1993. Human envenomation from the bite of the South American colubrid snake species Philodryas baroni Berg, 1895. Snake 25(1): 63-65.

Martinez, M.D. & Ibarguengoytia, N.R. 2004. Care and breeding of Baron's green racer Philodryas baroni. Reptilia (GB) 32: 35-38.

Peters, J.A. & Orejas-Miranda, B. 1970. Catalogue of the Neotropical Squamata. Part 1. Serpentes. Bulletin of the United States National Museum 297: 1-347.

Scolaro, J.A. 2006. Reptiles patagónicos: norte. Una guía de campo. Ed. Universidad Nacional de la Patagonia San Juan Bosco, Trelew, Argentina. 112 pp.

Trutnau, L. 1998. Schlangen im Terrarium: Haltung, Pflege und Zucht. Vol. 2. Giftschlangen. Eugen Ulmer, Stuttgart. 367 pp.

Trutnau, L. 2002. Schlangen im Terrarium: Haltung, Pflege und Zucht. Vol. 1/1 & 1/2. Ungiftige Schlangen. 4th ed. Eugen Ulmer, Stuttgart. 632 pp.

Williams, J.D. 1982. Observaciones sobre la reproduccion en cautiverio de Philodryas baroni Berg, 1895 (Serpentes Colubridae). Neotropica (La Plata) 28(79): 61-70.









Text & layout:
Rune Midtgaard

Bildergalerie Vorderseite
Grüne Farbvariante von Langnasen-Strauchnatter.
© Rune Midtgaard.