Die Geschichte des
            TERRARIUMs
TERRARIUM
 V I S S E N B J E R G
D Ä N E M A R K


Die Vorgeschichte

Das Terrarium in Vissenbjerg wurde von Carl Aage Gram, 1973 gestiftet. Carl Aage Gram war ausgebildeter Gärtner, doch er hatte ein sehr großes Interesse für Reptilien und Amphibien. Carl Aage Gram wurde in Odense geboren und ist dort auch aufgewachsen. Einer seiner frühsten Erlebnisse, von denen er oft erzählte, handelt davon, dass Carl als 8-jähriger auf einem Schulausflug zu Næsbyhovedskoven war. Hier fing er eine Waldeidechse, die er mit nach Hause nahm und für die er ein Terrarium einrichtete. Später brachte der stolze kleine Carl Aage Gram sein Terrarium mit der Waldeidechse zu einer Ausstellung, wo er ein Diplom bekam. Gram’s Vater war übrigens ein Jugendfreund von Chr. Jensen, dem früheren Direktor vom Zoo in Odense, wo Gram als Kind fast jeden Tag war und freiwillig mitgeholfen hat.

Carl Aage Gram zog später nach Kopenhagen und bekam nach einiger Zeit ein Blumengeschäft im Lyngbyvej. Mittlerweile waren Reptilien Carls großes Interesse und da er nach dem Krieg endlich wieder Tiere importieren durfte, richtete er auf dem Dachboden des Blumenladens ein Tierhandel ein. Da jedoch der Lyngbyvej später erweitert werden sollte, bekam Gram eine so große Entschädigung für das Geschäft, dass er einen Tierhandel in der Dybbølsgade in Vesterbro errichten konnte.

Zu dieser Zeit kam Carl Aage Gram auch in Kontakt mit der Kommune von Vissenbjerg. Diese bat ihn den alten Hof des Pfarrers zu einem sehr guten Mietpreis an, mit der Aussicht auf die Gründung eines öffentlichen Terrariums. Hiermit war der Grund für den ersten Spezial-Zoo im Norden, mit der zu der Zeit größten Sammlung von Reptilien und Amphibien. Dank der vielen Kontakte die Gram durch die Jahre als Tierhändler geknüpft hatte, wurden viele Reparaturarbeiten, vor der Einweihung, von freiwilligen erledigt. Viele der Freiwilligen verbrachten diesen Sommer alle Abende, Wochenenden und die ganzen Ferien, um bei diesem Projekt mitzuwirken.
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Der charismatische Gründer, Carl Aage Gram (1920-92), begutachtet sein Werk bei der Einweihung den 28. Juli 1973.
(Fotograf unbekannt, 1973)
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Aus Carl Aage Grams Zeit als Tierhändler. In den Händen hält er eine Dornschwanzagame (Uromastyx sp.).
(Fotograf und Jahr unbekannt)
Die ersten Jahre

Am 28. Juli 1973 konnte Carl Aage Gram endlich vor Publikum die Türen öffnen und zeigen was sein Lebenstraum war: Sein eigener Spezial-Zoo. Das Interesse der Presse war bis zur Einweihung sehr groß, doch nicht weniger groß war nach der Eröffnung das Interesse des Publikums. Mehrere male waren hier so viele Gäste, dass die Parkplätze des Terrariums überfüllt waren.

Doch trotz des guten Anfangs wäre es fast schon im ersten Jahr schief gelaufen, da es in der Benzinkrise 1973 verboten wurde sonntags Auto zu fahren. Das Terrarium drohte geschlossen zu werden, doch es überlebte knapp, da das Verbot aufgehoben wurde bevor 1974 die alles entscheidende Sommersaison anfing.

Viele Menschen auf Fyn erinnern sich sicherlich noch an den Konflikt, den das Terrarium mit Fyns Amt hatte. Das Terrarium wünschte sich Schilder für den Weg zum Terrarium. Carl Aage Gram setzte Wegbeschreibungen in die Zeitung und versuchte Fyns Amt darauf aufmerksam zu machen, dass die Besucher ohne Schilder schwer hatten, das Terrarium zu finden und, dass das Terrarium eine Attraktion in Fyn sei. Später geling es natürlich die notwendigen Schilder zu bekommen.
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Die Schlangen werden dem Publikum an einem Sommertag gezeigt.
© Rune Midtgaard 1979
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Carl Aage Gram inspiziert ein paar asiatische Stachel-Erdschildkröten (Heosemys spinosa).
(Fotograf unbekannt, 1973)
Die Jahre vergingen und das Terrarium zeichnete sich aus, indem es mehrere Aufzuchtsresultate vorwies, die international geschätzt wurden. Eines der ersten Erfolge war, als 1976 die afrikanischen Pantherschildkröten geschlüpft sind und 1979 Nilkrokodile. Die Nilkrokodile waren die ersten die in einem europäischen Zoo gezüchtet wurden. Eines der letzten wichtigen Resultate war 2004, als die bedrohten Spinnenschildkröten geschlüpft sind (siehe unter "Aktuelles").
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Die Aufzucht der Nilkrokodile (Crocodylus niloticus) im Terrarium, hat 1979 internationales Aufsehen erweckt.
© Rune Midtgaard 1979
Generationswechsel

Im September 1992 wurde Klaus Dræby als Leiter eingestellt, da Carl Aage Gram inzwischen 72 Jahre alt war und eine Entlastung brauchte. Doch nur 6 Wochen später starb Carl Aage Gram. Damit war eine Epoche in der dänischen Terrarien- und Zoo-Welt zu ende.

Carl Aage Grams Bruder, Axel Gram, hat das Terrarium geerbt. Er bekam das Grundstück unter der Bedingung, dass er eine Stiftung gründete, dessen Ziel es war das Terrarium weiterzuführen. So ist es noch bis heute und Klaus Dræby ist nun der Direktor.
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Der täglicher Leiter des Terrariums seit 1992 und jetzige Direktor, Klaus Dræby, tête-à-tête mit einer Aga-Kröte (Rhinella marina, früher Bufo marinus).
© Klaus Dræby 2002
Die Missionen und Aufgaben des Terrariums

Das Terrarium versucht die Kenntnis von Reptilien und Amphibien zu vermitteln, samt deren Lebensweise. Das Terrarium will des Weiteren eine Grundlage schaffen um den Gästen die Faszination und Freude von diesen oft missverstandenen Tieren zu zeigen. Das Terrarium hat als moderner Zoo eine Pflicht zur Zusammenarbeit mit anderen Institutionen und Organisationen. Des Weiteren ist es verpflichtet mit Vermittlung, Forschung und der Bewahrung der Natur zu arbeiten. Dies alles ist eine Verantwortung die wir gerne auf uns nehmen und das Terrarium löst sogar große Aufgaben in Betrachtung, dass wir ein sehr begrenztes Budget haben.

Als Beispiel könnte man nehmen, dass ein paar Tierarztstudenten von Landbohøjskolen in Kopenhagen (jetzt Faculty of Life Sciences am Kopenhagen Universität) für ihre abschließende Arbeit, über die Ernährung von Schildkröten, im Terrarium Beobachtungen gemacht haben. In deren Abschlussarbeit haben sie sogar Topnoten dafür bekommen. Sogar verschiedene Biologiestudenten von Syddansk Universitet haben ebenso das Terrarium für Studien benutzt. Das Terrarium hat sich zur Aufgabe genommen, für solche Studenten die Gehege und Räume zu verfügung zu stellen, samt der Erläuterung der täglichen Pflege und Forführung der für die Studien benutzten Tiere.

Der Direktor Klaus Dræby ist Mitglied von EAZA’s (European Association of Zoos and Aquaria) so genannten Amphibian and Reptile Taxon Advisory Group, wo er den Posten als Regional Collection Planning Officer hat. Diese befasst sich mit der heutzutage größten Gruppe von Echsen, der so genannten Glattechsen (auch Skink genannt). Diese Gruppe umfasst über 1500 verschiedene Arten, die hauptsächlich in Australien, Asien und Afrika verbreitet sind. Die Arbeit besteht darin Zoologische Gärten in Europa zu beraten und zu untersuchen welche Arten höchste Priorität haben sollten in der Bewahrung derer Natur und Aufzucht.

Klaus Dræby ist des Weiteren Stammbuchführer für den Bestand von den einzigen 2 giftigen Echsen in den Zoologischen Gärten in Europa: den Gila-Krustenechsen und der Skorpion-Krustenechse. Dies ist eine Arbeit, die unter der Regie von EEP (European Endangered species Programme) steht. Die Arbeit als Stammbuchführer steht darin, die Bestände der einzelnen Europäischen Zoos zu administrieren und dabei die Zucht im Auge zu behalten um z.B. Inzucht zu vermeiden.

Das Terrarium unterstützt außerdem so gut es geht ein Naturschutzprojekt in Bulgariens Rhodofi-Gebiet. Das Ziel des Projektes ist es Schulkindern zu zeigen, wie wichtig es ist die lokale Reptilien- und Amphibienwelt zu schützen, unter anderem auch die Gebiete der Landschildkröten.

Das Terrarium arbeitet zusammen mit dem Wald- und Naturschutz, wo wir als Annahmestation tätig sind - zum Teil für konfiszierte Tiere und zum Teil für bedrohte Tiere, wo die Besitzer keine gültigen Papiere vorweisen können. Auch in der EU ist das Terrarium registriert als Annahmestelle falls größere Konfiszierungen in andren EU-Ländern stattfinden sollten.

Das Terrarium hat nun mehrere Jahre zur Verfügung gestanden - 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr - für Falck, die Polizei und andere Behörden, sowie auch für Private Leute, wenn Hilfe gebraucht wird um ausgebrochene Reptilien und Amphibien einzufangen. Die eingefangenen Tiere, die nicht ursprünglich aus Dänemark kommen, behalten wir oder versuchen ein gutes zu Hause für sie zu finden. Die dänischen Tiere (oft Schlangen) werden wieder ausgesetzt an einer Stelle, wo sie niemanden stören. Des Weiteren wird das Terrarium oft von Leuten kontaktiert um einen Rat zu geben über die Pflege eines privaten Haustieres. Das Terrarium nimmt oft teil an der öffentlichen Diskussion darüber welche Probleme es gibt mit dem halten und importieren von exotischen Tieren.
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Klaus Dræby berät die europäischen Zoos im Interesse der EAZA über das Halten von Skinken, die Welt artenreichste Familie der Echsen. Auf den Bildern sieht man Junge des Wickelschwanzskinkes, die Welt größte Skink, welche das Terrarium 2002 erfolgreich züchten konnten.
© Klaus Dræby 2002

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Es werden auch Stammbücher über Krustenechsen in den europäischen Zoos vom Direktor, Klaus Dræby, geführt. Auf den Bildern sieht man eine der Gila-Krustenechsen des Terrariums.
© Rune Midtgaard 2004
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Diese schöne Rote Königsnatter aus Mexico war eines der Tiere, welches wahrscheinlich von einem privaten Terrarium geflüchtet ist. Somit wurde unser Terrarium damit beauftragt sie von dem Schrottplatz, auf welcher sie sich befand, zu entfernen.
© Rune Midtgaard 2005

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Klaus Dræby mit einem des Terrariums früheren Stolz, eine Buntwaran (Varanus varius) aus Australien.
© Rune Midtgaard 2003
Die Zukunft des Terrariums

Das Terrarium bekommt kein Geld vom Staat und hat noch nie wirklich ein gesundes Einkommen gehabt, die garantiert dass das Terrarium auch in der Zukunft keine Geldprobleme bekommt. Mehrer Male war das Terrarium in Geldnot und ist der Schließung knapp entkommen. Doch in letzter Zeit gibt Vissenbjerg Kommune und Fyns Amt Sonderbewilligungen, die das Terrarium helfen wenn es Probleme gibt.

Unser größter Wunsch für die Zukunft ist es Finanziell abgesichert zu sein. Das könne z.B. durch Sponsoren sein. Des Weiteren wünschen wir uns gut ausgebildetes Personal wie Tierpfleger, Biologen und Lehrern die ein guten Einsatz für die Forschungsarbeiten, Naturschutzprojekten und guten Service gegen über unseren Gästen tätigen. Jeder der Interesse hat in der Existenz des Terrariums, ist willkommen sich an das Terrarium zu wenden (siehe unter ”Sponsoren & Spendeverein).

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Gelber Pfeilgiftfrosch (Phyllobates terribilis).
© Rune Midtgaard 2004
Der Protektor des Terrariums

    Verfasser und ehemalige TV-Wirt
      Poul Thomsen
   


Die Leitung des Terrariums

    Direktor Henning Clausen (Vorsitzender)
    Biologe Sune Obsen
   

Beauftragt

    Revisor Axel Gram
   
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Carl Aage Gram mit einer seiner Lieblinge, eine knapp 4 Meter lange Netzpython (Broghammerus reticulatus, früher Python reticulatus).
© Rune Midtgaard 1985